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LEXIKON |
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Textillexikon von A-Z
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ACETAT (CA)
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Acetate sind Salze oder Ester der Essigsäure. Sie entstehen durch Ersatz des Wasserstoffatoms (H) der COOH-Gruppe der Essigsäure durch ein Metallatom bzw. einen einwertigen organischen Rest. Viele organische Acetate sind wichtige Lösungsmittel. Acetatfasern werden aus Acetylzellulose hergestellt, diese Verbindung entsteht bei der Umsetzung von Zellulose mit einem Acetylierungsgemisch (Essigsäure, Essigsäureanhydrid, als Katalysator Schwefelsäure). Acetatfasern sind Textilfasern mit guter Dehnbarkeit, sowie guter Reiß- und Knitterfestigkeit. Sie ähneln in ihren Eigenschaften denen der Synthetics: sehr quellfestig, geringes Schrumpfen in der Wäsche, sowie schnelles Trocknen. Ausgesponnen als Filamente gleichen sie der Naturseide in Griff, Leichtigkeit, Elastizität, Schmiegsamkeit und Knitterfestigkeit. Als Spinnfaser sind Acetatfasern der Wolle ähnlich. Sie sind formbeständig, knitterarm und weich, jedoch hitze- und laugenempfindlich.
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ALPAKA (WP)
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Alpaka ist eine langhaarige, oft einfarbig schwarze oder schwarzbraune Haustierrasse der Guanakos in den Hochanden Süd-Amerikas. Alpaka werden in großen Herden gehalten, vor allem zur Gewinnung von Wolle. Die sehr feine, weiche und leichte Alpaka-Wolle hat eine seidenartigen Glanz. Durch ihre außerordentliches Wärmerückhaltungsvermögen wird sie hauptsächlich zur Herstellung von Decken und Bezugstoffen vewendet.
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ANGORAWOLLE
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Im eingentlichen Sinn die Bezeichnung für Wolle aus dem Haar der Angora-Ziege: Geschmeidig wie Naturseide, sehr fein und leicht, mit hohem Spreizvermögen, als Mohair im Handel. Auch Bezeichnung für Wolle aus dem Harr des Angora-Kaninchen, die mit Schafwolle oder Chemiefasern zu Strickgarn versponnen wird. Garne und Stoffe aus Angora sind besonders lufthaltig und besitzen dadurch ein hohes Wärmerückhaltungsvermögen, das bei rheumatischen Erkrankungen lindernd wirkt.
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ANGORA-KANINCHEN
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Seit 1723 bekannte Zuchtrasse langhaariger, bis 4,5 kg schwerer Kaninchen, Angora-Kaninchen liefern 700-800 g Angorahaare (Angora-Kanin) pro Jahr, die zu Angorawolle versponnen werden. Durch Kämmen und Scheren wird seine sehr feine, leichte, weiche und stark elektrostatische Wolle gewonnen.
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ANGORA-ZIEGE
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Langhaarige in Vorderasien gezüchtete Rasse kleiner (bis 65 cm schulterhoher) Hausziegen. Die weiß, schwarz, gelb oder grau gezüchtete Angora-Ziege liefert bis zu 6 kg Angorahaare pro Jahr, die zu Mohair verarbeitet werden.
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ANTISOILING
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Der Begriff Antisoiling leitet sich vom englischen „soil“ für „Erde“ ab, hier im Sinne von Schmutz gedacht. Man meint damit chemische Verfahren wie Scotchgard, Teflon oder Baygard, welche die Garn- beziehungsweise Stoffoberfläche stark glätten, sodass Flecken und Schmutzpartikel nicht haften oder eindringen können und sich leicht wieder entfernen lassen.
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APPLIKATION
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Eine Applikation ist eine Verzierung auf Geweben und Wirkwaren z.B. durch aufgeklebte, aufgenähte oder aufgestickte Perlen, sowie Filz-, Leder- oder Stoffstücke.
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ATLAS
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Der Atlas ist ein Gewebe mit glatter, glänzender Oberseite und stumpfer Unterseite, wobei die Oberseite vom Schuss (Schussatlas) oder von der Kette (Kettatlas) gebildet werden kann. Der Atlas gehört zu den elegantesten Stoffen überhaupt (sofern er wie ursprünglich aus reiner Seide gewebt wird). Das wertvolle Material kommt auf der Oberseite zur Geltung. Für den Atlas wird häufig das Wort Satin verwendet.
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AUSBRENNER
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Ausbrenner sind immer Mischgewebe, zum Beispiel aus Polyester- und Zellulose-Garnen. Mit Hilfe einer Schablone werden nach dem Weben im Musterfond Chemikalien aufgetragen, die die Zellulose wegätzen. Übrig bleibt ein raffinierter Stoff mit einem transparenten Fond aus Polyester und einem undurchsichtigen Muster aus Polyester und Zellulose.
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AUSRÜSTUNG
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Ausrüstung nennt man alle Verfahren der Textilveredelung mit denen Rohgewebe verbessert werden sollen, also zum Beispiel Antiflamm-Ausrüstung, Antimikrobielle Ausrüstung, Antipilling-Ausrüstung, Antisoiling, Aufrauen, Beschichtung, Dämpfen, Fungizide-Ausrüstung, Imprägnierung, Mercerisieren, Walken etc.
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AVANTGARDE
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Die Avantgarde – das französische Wort für die „Vorhut“, die noch vor den eigentlichen Truppen unbekanntes Terrain erforscht – sind im Design immer die wenigen Einzelnen, die als Erste neue Gedanken, Konzepte, Materialien, Farben oder Formen präsentieren. Wenn die Avantgardisten damit – wie so oft – einen neuen Trend ins Rollen bringen, nennt man sie Trendsetter.
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BAUMWOLLE (CO)
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Baumwolle sind die Samenhaare von [kultivierten] Arten der Baumwollpflanze. Die Baumwolle ist der bedeutendste Texilrohstoff mit etwa 50-60% Anteil am gesamten textilen Rohstoffverbrauch. Sie lässt sich leicht spinnen, färben und gut rauen. Im Gegensatz zur Wolle ist sie sehr reiß- und scheuerfest, außerdem widerstandsfähig gegen Hitze und sie läd sich nicht elektrostatisch auf. Bei der Reife, welche ca. 25-30 Tage nach der Bestäubung erfolgt, platzen die nahezu walnussgroßen Kapselfrüchte auf, die weiße oder gelbliche bis bräunliche Samenwolle quillt heraus und bildet etwa faustgroße Bäusche. Neben den bis 5 cm langen, verspinnbaren Fasern tragen die fünf bis zehn dunkelbraunen, kaffebohnengroßen Samen oft noch wenige Millimeter lange, kurzfaserige, dicht anliegende Grundwolle, die zu Zellstoff, Watte und Papier verarbeitet wird. Geerntet wird meist noch durch Handpflücken der Kapseln oder der Baumwolle direkt, doch werden auch Baumwollpflückmaschienen eingesetzt. Durch Mercerisieren kann ihr ein dauerhafter Glanz verliehen werden.
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BAUMWOLL-LINTERS
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Baumwoll-Linters heißen kurze, nicht verspinnbare Faserreste, die in der Baumwollspinnerei übrig bleiben. Da es sich um Zellulose handelt, werden sie als Rohstoff zur Herstellung von Acetat und Viskose genutzt.
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BROCHÉ
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Der Broché – im Französischen bedeutet das Wort soviel wie „durchwirkt“ – ist sehr aufwendig herzustellen und deshalb sehr selten und teuer. Während des Webens wird in einen glatten Fond mit meist dickeren Musterfäden, die von zusätzlichen kleine Brochier-Schiffchen kommen, ein Muster eingewebt. Im Gegensatz zum Lancé flottieren diese Fäden jedoch auf der Geweberückseite nicht von einem Motiv zum anderen, sondern kehren jeweils an der Motivgrenze um. Durch diese sehr alte Technik – schon im Mittelalter gab es Brochierungen in Gold und in Wolle– erhält der echte Broché, ähnlich wie der Damast, eine sich etwas verwerfende Oberfläche. Sie glättet sich nur wenn sie, zum Beispiel beim Polstern, ganz straff gespannt wird.
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CUPRO (CUP)
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Cupro ist eine Zellulose-Faser. Dafür wird der Zellstoff, den man aus Baumholz gewinnt, in einem sogenannten Kupferverfahren mit Kupferoxid und Ammoniak gelöst und dann im Nass-Spinnverfahren zu Filamenten oder Spinnfasern ausgesponnen. Das feine, seidige Material wird in Deutschland nicht mehr hergestellt.
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CHANGEANT
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Der Changeant - im Französischen bedeutet das Wort "wechselnd" und auch "schillernd" - wird in Leinwand-Bindung aus verschiedenfarbigen feinen Kett- und Schussfäden gewebt. Dadurch entsteht je nach Lichteinfall und Blickrichtung, ein schillernder, eben changierender Farbeindruck.
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CHEMIEFASERN
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Sammelbezeichnung für alle auf chemischen Wege erzeugten Fasern. Dazu gehören zum einen die Zellulose-Fasern (Chemiefasern der 1. Generation) und die später entwickelten synthetischen Polymere (kurz: Synthetics). Chemiefasern besitzen gegenüber Naturfasern eine höhere Reiß- und Scheuerfestigkeit, sie sind knitterarm und vielfach auch wasser-, licht-, wetter- und chemikalienfest.
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CHENILLE
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Chenille heißt im Französischen sowohl „Raupe“ als auch „Seidenbordüre“. Für den Veloursstoff, den wir Chenille nennen, muss zunächst ein spezielles Chenille-Garn hergestellt werden. Dafür wird eine so genannte Vorware gewebt und in Kettrichtung in schmale Streifen geschnitten. Wegen der seitlich herausstehenden, abgeschnittenen Fadenenden sieht es ein bisschen wie eine Raupe aus – verwebt man es als Schussgarn, verleiht es dem Stoff eine samtähnliche Optik und Haptik. Der Chenille ist strapazierfähig, wärmend und meist blickdicht und kann sowohl als Dekostoff wie auch als Bezugsstoff genutzt werden.
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CLOQUÉ
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Der Cloqué – im Französischen bedeutet das Wort „Blase“ – wird auch Blasenkrepp genannt. Er gehört zu den Doppelgeweben und wird ganz raffiniert konstruiert: Beim echten Cloqué wird das Obergewebe mit glattem Schussgarn gewebt und das Untergarn mit gekrepptem Schuss. Für den sogenannten Schrumpf-Cloqué verwendet man für das Obergewebe nicht schrumpfendes und für das Untergewebe ein Schussgarn, dass in der nachfolgenden Ausrüstung schrumpft. In beiden Fällen führt das dazu, dass das Untergewebe sich zusammenzieht und das Obergewebe damit quasi zwingt, Blasen zu werfen. Ober- und Untergewebe werden oft in einer schachbrettartigen Musterung angeordnet, sodass eine waffelähnlich strukturierte Oberfläche entsteht. Der Cloqué ist also ein Dekostoff mit einer dritten Dimension.
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CRASH
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Crash – eigentlich die englische Bezeichnung für „Zusammenstoß“ – bezeichnet eine zerknittert wirkende Stoffstruktur, wie sie zum Beispiel dem Panné-Samt oft verliehen wird. Übrigens: Mit „Crinkle“ – meist im Zusammenhang mit Baumwolle gebraucht – meint man dasselbe, nur dass die Fältelung etwas feiner ist.
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DOPPELGEWEBE
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Ein Doppelgewebe besteht, wie der Name schon sagt, aus zwei übereinanderliegenden Geweben. Sie sind durch Bindeschüsse oder Bindekette oder durch Warenwechsel, bei dem die Gewebe einander durchkreuzen und mal das eine, mal das andere oben liegt, miteinander verbunden. Bestimmte Florgewebe werden als Doppelgewebe hergestellt und während des Webens getrennt. Doppelgewebe können auf beiden Seiten verschiedene Farben oder Musterungen haben.
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DREHER
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Der Dreher ist ein Stoff mit einer speziellen Bindungs-Technik, für die auch eine eigene Vorrichtung am Webstuhl erforderlich ist, das so genannte Drehergeschirr mit Dreherlitzen. Es handelt sich um die einzige Webbindung, bei der Kettfäden einander umschlingen. So entstehen hauptsächlich Gardinenstoffe, also feine, durchbrochene, gitterartige Gewebe. Da sich die Kettfäden nicht völlig umeinander drehen, sondern nur seitlich hin- und herwandern, spricht man auch von Halbdreher.
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dtex
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dtex ist die Einheit des Titers, der internationalen Feinheitsbezeichnung für Garne. Mit dtex (sprich: dezitex) wird angegeben, wie viel Gramm ein genau 10 000 Meter langer Faden des betreffenden Garnes wiegt. Bei einem Garn von beispielsweise 2 dtex wiegen also 10 000 Meter zwei Gramm.
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ELASTHAN (EL)
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Elasthan – eine Chemiefaser aus 85 Prozent segmentiertem Polyurethan – gibt Stoffen Elastizität. Sie kann um 400 bis 700 Prozent gedehnt werden und springt sofort wieder nahezu in die ursprüngliche Länge zurück.
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FIBERFILL
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Fiberfill ist eine Allgemeinbezeichnung für Chemiefaser-Spezialtypen die besonders zur Füllung von Steppstoffen, Deckbetten und Kopfkissen, Schlafsäcken und Morgenmänteln sowie für Polsterzwecke konstruiert sind.
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FILAMENT
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Ein Filament ist eine Endlosfaser – im Unterschied zu natürlichen Stapelfasern wie Baumwolle oder den als Spinnfasern produzierten Chemiefasern. Filamentfasern gibt es nur bei Chemiefasern und Seide.
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FILZ
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Der Filz ist ein Faserverbundstoff aus losen, nicht gesponnenen (Tier-)haaren (Haarfilz), oder Wollen (Wollfilz). In einer langen Walkprozedur entsteht unter Einwirkung von Druck, feuchter Hitze und Reibung der strapazierfähige und ausgesprochen wärmende Filz. Der Filz ist somit kein Gewebe, sondern ein Vlies.
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FILZEN
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Filzen ist die Fähigkeit der Wollhaare, sich unter der Einwirkung von Druck, Feuchtigkeit, Wärme oder beim Reiben zu einer unentwirrbaren Fasermasse formen zu lassen. Dies wird beim Walken von Wollstoffen ausgenutzt, wodurch diese höhere Reißfestigkeit, Scheuerfestigkeit und Wärmedämmvermögen erlangen.
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FLOR
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Flor oder Pol heißt, genau wie bei Teppichen, die sozusagen dritte Dimension bei den Veloursstoffen: die aufrecht stehenden Garnenden – man spricht auch von Pol-Fäden -, die die typisch samtige Oberfläche ausmachen. Übrigens: Das Wort Flor ist historisch gesehen eine niederländische Abwandlung des französischen „velours“.
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FLOTTIEREN
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Von Flottieren oder Flottung spricht man, wenn Fäden beim Weben von einer Einbindung zur nächsten über eine Distanz offen, also „flott“ liegen. Die Lancierung beim Lancé ist genau dasselbe, die Lancierfäden flottieren ebenfalls von einem Lanciermuster zum nächsten.
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GAZE
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Die Gaze ist ein Hauch von Stoff – zart und weich, mit netz- oder mullartig durchbrochenem Charakter. Meist wird sie aus Baumwolle, seltener auch aus Leinen oder Synthetics gewebt, und zwar in sehr loser Leinwand- oder Dreher-Bindung.
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GEWIRKE
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Gewirke sind textile Maschenware aus einem oder mehreren Fadensystemen, die parallel zur Fertigungsrichtung verlaufen. Gewirke werden durch Wirken, nicht durch Weben, hergestellt. Ein typisches Gewirke ist zum Beispiel Jersey.
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GRENADINE
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Hart gedrehtes Garn aus Naturseide oder Chemiefaserstoffen, aus dem der spitzenartige, durchsichtige Stoff gleichen Namens hergestellt wird. Häufig haben Grenadine-Stoffe dichte Atlasstreifen.
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HALBDREHER
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Halbdreher nennt man ein durchbrochenes Gewebe, das in Dreher-Bindung gewebt wird. Es wird so genannt, weil die entsprechenden Kettfäden ja nicht vollständig, sondern nur halb umeinander gedreht werden. Halbdreher kann aus feineren oder gröberen Garnen gewebt werden und kommt hauptsächlich als Gardinenstoff in Frage.
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HANDTUFTEN
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Beim Handtuften wird das Tufting-Prinzip auf eine Einnadelmaschine übertragen, mit der man von Hand hochwertige und besonders künstlerisch gemusterte Teppiche und Teppichböden mit Schlingen und Schnittpol herstellt. Der weiter Aufbau dieser Bodenbeläge entspricht dem der industriellen Tuftingherstellung.
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HANF (HA)
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Der Faserhanf (CANNABIS SATIVA) ist eine aus Asien stammende Kulturform des Hanfes, angebaut in Asien, Europa, Nord-Afrika, Nord-Amerika, Chile und Australien. Er wird bei weitem Pflanzenabstand bis zu 3 m hoch und großfaserig. Bei dichter Aussaat ist der Faserhanf niedrig und feinfaserig. Die Fasern sind für Segeltuche, Netze und Seile geeignet.
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INBETWEEN
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Der Inbetween hängt sozusagen „dazwischen“ – und genau das bezeichnet das englische Modewort für halbtransparente Stoffe. Gemeint sind Gewebe, die von ihrer Dichte her zwischen den transparenten Gardinenstoffen und den undurchsichtigen Dekostoffen liegen und praktisch beides in einem sind. Gemeint ist aber auch die trennende Funktion des Inbetweens: Als Vorhang am Fenster trennt er Licht und Schatten, als luftiger Raumteiler kann er Räume in verschiedene Bereiche unterteilen.
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KASCHMIR
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Kaschmir oder Cashmere heißt das kostbare Edelhaar der Kaschmir-Ziege. Sie bewohnt die gleichnamige Gebirgslandschaft im Himalaja und Karakorum und wird auch im Iran und Afghanistan gehalten – in bis zu 4000 Metern Höhe! Im Winder überdeckt eine grobe Oberwolle, die so genannten Grannen, ihre begehrte Unterwolle. Im Frühjahr stoßen die Tiere beides ab, zum Teil werden sie auch mit groben Holzkämmen ausgekämmt. Die Kunst liegt nun darin, die Grannen möglichst gründlich auszusondern. Übrig bleiben pro Tier nur etwa 50 bis 150 Gramm Flaumhaar, das weiß, grau, braun oder sogar schwarz sein kann. Es ist unübertroffen fein (etwa 14,5 bis 19 Micron), weich, geschmeidig, federleicht und dabei seidig glänzend. Eine der teuersten und rarsten Fasern, mit nur etwa einem Siebzigstel Prozent am gesamten Faserverbrauch der Welt. Tuche und Flauschstoffe aus Kaschmir haben eine unverwechselbaren, fast seidig-weichen Griff. Vielfach wird das Edelhaar jedoch mit Merinowollen gemixt, um preiswertere und strapazierfähigere Waren, wie zum Beispiel Möbelbezugsstoffe zu erhalten.
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KETTE
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Als Kette bezeichnet man die im Gewebe in Längsrichtung verlaufenden Kettfäden, welche häufig feiner, jedoch reißfester sind als der Schuss.
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KUNSTLEDER
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Kunstleder – also ein Lederimitat – entsteht, indem man Trägergewebe oder- gewirke mit elastischen Kunststoffen beschichtet. Hauptsächlich werden dazu Polyurethan (PU) und Polyvinylchlorid (PVC) verwendet. Das Material kann mit matter, glänzender oder geprägter Oberfläche produziert werden und so einem natürlichen Ledercharakter mehr oder weniger nahe kommen.
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LANCÉ
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Auch der Lancé erhält seine Muster durch zusätzliche Kett- oder Schussfäden. Sie werden, wie beim Broché, nur dort, wo sie benötigt werden, in den Gewebefond eingewebt, flottieren aber ansonsten auf der Rückseite des Stoffes von Motiv zu Motiv über die ganze Breite oder Länge der Ware. Deshalb kann schneller gewebt werden als beim Brochieren. Bei zu langen Flottungen werden die Fäden nach dem Weben abgeschnitten, man spricht dann vom Lancé découpé oder dem „falschen Broché“.
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LEINEN (LI)
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Das Leinen ist die Stängelfaser der Lein- beziehungsweise Flachspflanze Linum usitatissimum – eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Funde in Pfahlbauten aus der jüngeren Steinzeit zeigen, dass Leinen schon in der Vorgeschichte eine Rolle spielte. Für die alten Ägypter war weißes Leinen ein Symbol der Reinheit, sie kleideten deshalb Priester damit und hüllten Mumien darin ein. Später, im 12. und 13. Jahrhundert war Deutschland im Flachsanbau führend. Mitte des 19. Jahrhunderts lief die preiswertere Baumwolle dem Leinen zwar mengenmäßig den Rang ab, seine Qualitäten aber blieben unerreicht. Es ist sehr gut verspinnbar, ein hervorragender Wärmeleiter, also kühlend bei Hitze, sehr reißfest, kaum elektrostatisch, aber schmutzabweisend und bakterienhemmend, sehr saugfähig, unempfindlich gegen Laugen, also kochfest, nicht flusend, im Griff kühl und trocken und von Natur aus seidig glänzend. Nur ein kleines Problem gibt es: Leinen knittert – doch es „knittert edel“, finden alle seine Fans. Es wird durch dieses kleine „Manko“ nur noch charaktervoller. Heute wird Leinen zu Tisch- und Bettwäsche ebenso verarbeitet wie zu Dekostoffen, Inbetweens und Möbelbezugsstoffen. Die aufwändige Prozedur der Fasergewinnung ist immer noch dieselbe wie einst, nur dass heute Maschinen die härtesten Arbeiten übernehmen, die früher übrigens nur von Frauen ausgeführt wurden. Geerntet, das bedeutet mit den Wurzeln ausgerauft, wird der Lein – sobald er braun wird, nennt man ihn Flachs – kurz vor der Samenreife. Zur Röste bleibt er noch ausgebreitet auf den Feldern liegen oder er wird in Wasserbecken eingeweicht. Bakterien und Pilze beginnen dabei, die Stängel anzulösen. Beim Riffeln entfernt man die Fruchtkapseln, bevor dann durch Brechen und Schwingen die Fasern wie beim Korndreschen von der Stängelspreu getrennt werden. Das Hecheln entfernt zuletzt die minderwertigen Kurzfasern und legt die goldbraunen Flachsfasern parallel. Aus ihnen wird das Rohleinen gesponnen und gewebt. Will man reines Weiß, muss es noch gebleicht werden. Übrigens: Im alten Ägypten stellte man von Hand Leinengewebe von einer solchen Feinheit her, wie sie bis heute maschinell kaum erreicht werden – man nannte sie „gewebte Winde“!
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LEINWAND-BINDUNG
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Die Leinwand-Bindung ist die älteste und einfachste Grundbindung. Kette und Schuss verkreuzen sich wie bei einem Schachbrett nach dem Prinzip eins auf, eins ab. Sie ist also zweibindig, dass heißt der Rapport wiederholt sich bereits alle zwei Fäden. Je enger die Leinwand-Bindung am Webstuhl eingestellt ist, desto schiebfester wird das Gewebe. Übrigens: Tuch- und Taft-Bindung sind nichts anderes als Leinwand-Bindung!
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LITZE
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Der Ausdruck Litze kann zweierlei bedeuten: Zum einen ist eine Litze eine schmale, flach geflochtene Borte. Zum anderen heißt auch ein Teil des Webstuhls so: Jeder Schaft ist mit zahlreichen Drahtschienen bestückt, die in der Mitte jeweils eine Öse haben – die Litzen. Durch jede Litze wird ein Kettfaden gezogen, der somit auf und ab bewegt werden kann. Am Jaquardwebstuhl ohne Schäfte ist jede Litze frei beweglich.
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MAKRAMEE
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(türk. Maqramah „Taschentuch“) Makramee bedeutet ursprünglich die Verknotung der aus dem fertigen Teppich heraushängenden Kettfäden. Später wurde eine besondere Knüpfart bei Spitzen als Makramee bezeichnet. Heute bezeichnet man Handarbeiten aus speziellen Garnen (Makramee-Garne) und Zubehör, wie Kugeln, Perlen, Ringe und Schnallen als Makrameekunst.
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MAKRAMEE-GARNE
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Makramee-Garne sind aus Hanf, Jute, Sisal aber auch aus Baumwolle hergestellte Garne und Kordeln für Makramee-Arbeiten.
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MERCERISIEREN
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Mercerisieren oder auch Merzerisieren ist ein nach dem britischen Chemiker und Industriellen J. Mercer benanntes Ausrüstungsverfahren, welches bereits 1844 von diesem entwickelt wurde. Dabei werden bespannte Baumwollgarne und – zwirne mit Natronlauge behandelt, dadurch quellen die Fasern etwas auf und erhalten einen hohen, dauerhaften Glanz, durch das Mercerisieren erhöhen sich Reißfestigkeit und Färbbarkeit der Fasern und sie laufen beim Waschen weniger ein.
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MERINO
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Merino nennt man die Wolle des Merinoschafs und die daraus hergestellten Stoffe. Meist handelt es sich dabei um hochwertige Kammgarnwaren, denn Merinowollen zählen zu den feinsten Wollqualitäten überhaupt. Schon etwa 700 nach Christus gelang es Mauren in Spanien die Zucht des Merinoschafs als Kreuzung aus ihrem heimische „Kupferschaf“ und dem „Römerschaf“, das die Römer nach langwierigen Zuchtbemühungen hervorgebracht hatten. Der berühmte Kapitän Mac Arthur transportierte die neue Rasse Ende des 17.Jahrhunderts über Südafrika bis nach Australien – und ein Siegeszug um die ganze Welt begann. Nicht nur wegen der Feinheit ihres Haares und der überraschenden Genügsamkeit der Tiere, sondern auch wegen der enormen Wollmengen, die sie liefern: Während ein Schaf in Deutschland vier bis fünf Kilogramm Wolle pro Jahr gibt, können es bei einem Merinoschaf als Spitzenwert bis zu zehn Kilogramm sein! Übrigens: Das würde für etwa zehn Herrenanzüge reichen!
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MICROFASERN
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Microsfasern gelten als Chemiefasern der „vierten Generation“ beziehungsweise der 90er-Jahre des 20.Jahrhunderts. Er handelt sich um Feinstfasern aus Polyamid, Polyester, Polyacryl, Viskose, Modal oder Propylen. Ihre Faserfeinheiten liegen in der Regel unter 1,0 dtex – die feinsten erreichen 0,3 dtex, bei noch extremeren Feinheiten spricht man dann von Supermicrofasern. Technisch setzte die Produktion von Microfasern eine Änderung der Spinnmasse und des Spinnverfahrens sowie eine Erhöhung der Spinngeschwindigkeit voraus. Erstmals gelang dies um 1980 in Japan. Grundidee der Forschungen war es gewesen, wasserdichte, aber wasserdampfdurchlässige Spezialgewebe für Extremsportarten zu entwickeln. Mittlerweile erleben Stoffe aus Microfasern als preiswerter Seidenersatz ebenso wie als trendiges Hightechmaterial einen Boom ohnegleichen und haben neben der Mode auch den Interieurbereich erobert. Ihre Vorzüge: leicht, weicht, fließend, seidig, knitterfrei, wärmehaltend, wasserabweisend, sehr haltbar, pflegeleicht und nicht einlaufend. Und dafür sind keinerlei chemische Ausrüstungsverfahren erforderlich, deren Rückstände wiederum entsorgt werden müssten. Werden Microfasergewebe – auch in Baumwollmischungen – gesandet oder geschmirgelt, entsteht der begehrte „Pfirsichhaut“-Effekt, der ohne die Feinfasern nicht zu erreichen wäre. Übrigens: Ein rund um den Äquator geschlungener Faden der feinsten Microfasern würde gerade mal 450 Gramm wiegen!
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MISCHGARNE
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Mischgarne sind Garne aus mindestens zwei verschiedenen vor dem Spinnen gemischten Fasertypen. Zum Beispiel die Mischung einer Naturfaser wie Baumwolle mit einer Chemiefaser wie Polyester.
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MISCHGEWEBE
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Gewebe aus verschiedenem Material bezeichnet man als Mischgewebe. Sie bestehen häufig aus Mischgarnen oder aus Garnen verschiedener Fasertypen.
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MODACRYL (MA)
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Gruppe 27 der textilen Rohstoffe nach dem Textilkennzeichnungsgesetz (TKG) für Fasern aus linearen Makromolekülen, deren Kette aus mehr als 50 und weniger als 85 Gewichtsprozent Acrylnitril aufgebaut wird.
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MODALFASERN (CMD)
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Modalfasern sind Spinnfasern auf Zellulosebasis, die nach dem Prinzip des Viskoseverfahrens hergestellt werden. Während verschiedener Produktionsphasen werden jedoch Modifizierungs-Chemikalien, so genannte „Modifiers“, zugesetzt. Dadurch bekommen die Fasern eine deutlich verbesserte Festigkeit gegen Dehnung in nassem und trockenem Zustand. Das bedeutet, dass sie auch bei hoher Beanspruchung und häufiger Wäsche sehr formbeständig sind. Gleichmäßigkeit, Feinheit, Schmiegsamkeit sowie gute Färbbarkeit und Mercerisierfähigkeit sind weitere Vorzüge der Modalfasern.
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MOHAIR (WM)
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Mohair (arab. Muchajjar „Soff aus Ziegenhaar“) ist die Bezeichnung für die von Angora-Ziegen gewonnene Wolle. Mohair hat alle Eigenschaften der Schafwolle, bis auf eine: Es filzt nicht. Dies ist ein großer Vorteil des Mohair-Velours, einem der hochwertigsten und strapazierfähigsten Möbelbezugstoffe. Mohair wird rein oder mit anderer Wolle vermischt zur Herstellung von Kamm- und Streichgarnen verwendet.
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MONOFIL
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Als monofile Filamente bezeichnet man endlose Fäden, die aus Einloch-Düsen gesponnen worden sind und deshalb nur aus einem einzigen Elementarfaden bestehen.
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MUSSELIN
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Der Musselin oder Mousselin ist nach der Stadt Mossul am Tigris benannt. Der Stoff in Leinwand-.Bindung aus weichgedrehten, feinen Garnen wird häufig aus Baumwolle, Viskose oder auch Wolle gewebt.
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NATURFASERN
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Sammelbezeichnung für alle Fasern natürlicher Herkunft. Man unterscheidet zwischen tierischen Naturfasern (z.B. Wolle, Seide), pflanzlichen Naturfasern (z.B Baumwolle, Leinen, Hanf oder Raime) und mineralischen Naturfasern ( z.B. Asbest).
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ORGANSIN
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Organsin – es gibt auch die Schreibweise Organzin – heißen sehr edle, ketttaugliche Seidenfäden. Um sie herzustellen, werden zunächst Grègefäden filiert, das heißt stärker gedreht, was einem Zwirnen gleichkommt. Dann werden mehrere dieser filierten Grègefäden miteinander verzwirnt, diesmal aber in umgekehrter Drehrichtung, was man Moulinieren nennt. Das Ergebnis ist der sehr gleichmäßige und als Kettmaterial verwendbare Organsin. Je nach Stärke der Drehung spricht man von Taftzwirnung, Satinzwirnung oder Samtzwirnung. Bei besonders hoher Drehung entsteht Grenadine, ein Seidenkreppgarn.
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ORGANZA
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Der Organza ist ein zartes, chiffonähnliches, aber steifes Gewebe meist in Leinwand-Bindung, welches ursprünglich aus Naturseide hergestellt wurde, heute jedoch erhält man ähnliche Gewebe auch aus Chemiefasern.
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PILLING
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Mit Pilling ist die unschöne Neigung mancher Textilien gemeint, beim Gebrauch auf der Oberfläche kleine Faserknötchen zu bilden. Aus dem Englischen übersetzt hieße der Begriff etwa „Pillen drehen“. Das Problem entsteht meistens bei Chemiefasern beziehungsweise Fasermischungen, zum Beispiel auch mit Woll- oder Mohairanteil. Das Knötchen entsteht aus frei werdenden, feinen Fasern, die sich um das offene Ende noch im Stoff eingebunden sind. Je loser und flauschiger ein Garn oder Gewebe, umso größer ist auch die Gefahr des Pillings.
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PLISSÉ
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Plissé – es gibt auch die deutsche Schreibweise Plissee – heißt übersetzt etwa „gefältelt“, was den Stoff mit diesem Namen schon recht gut beschreibt: Plissés sind Gewebe oder Gewirke mit dauerhaft haltbaren Falten. Das gebräuchlichste ist das Ausrüstungsplissé, für das der Stoff auf Plissiermaschienen mit Hitze in Falten gepresst wird. Dieses Verfahren eignet sich für Chemiefasern und Wolle. Bei Zellulose-Fasern müssen Kunstharze mit eingelagert werden. Ausrüstungsplissé kann in kleinere oder tiefere, regelmäßige oder unregelmäßige und zickzack- oder wellenartige Falten gelegt werden. Schrumpfplissé entsteht durch das abwechselnde Einweben von schrumpfenden und nicht schrumpfenden Fäden ins Gewebe. Webplissé enthält seine Fältchen durch Kettfäden mit unterschiedlicher Spannung. Beim Bindungsplissè sorgt eine spezielle Bindungstechnik für den Faltenwurf.
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POL
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Als Pol bezeichnet man die aus Noppen gebildete rechte Warenseite bei Plüsch- und Samtgeweben oder Teppichen. Bei aufgeschnittenen Polnoppen (Velours) spricht man von Flor.
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POLFÄDEN
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Ein Polfaden ist der den Pol oder Flor bildende Faden in Florgeweben oder -gewirken, daher kann er auch als Florfaden bezeichnet werden. Bei aufgeschnittenem Flor kann man die Polfäden herausziehen.
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POLYACRYL (PAN)
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Polyacryl heißt genau genommen Polyacrylnitril und ist eine Chemiefaser, die seit 1950 kommerziell produziert wird. Zunächst wird dieses Polymer als weißes Pulver aus dem Erdölbestandteil Propylen und Ammoniak gewonnen. Es löst sich nur in wenigen Lösungsmitteln, wie zum Beispiel Dimethylformamid. Der größte Teil wird ähnlich wie Viskose im Nassspinnverfahren zu Spinnfasern ausgesponnen, möglich ist jedoch auch das Trockenspinnverfahren, bei dem das Lösungsmittel verdampft. Je nach Spinnverfahren, Ausspinnung und Modifikation können hunderte verschiedener Acrylfasern mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften entstehen. Grundsätzliche Eigenschaften sind Leichtigkeit, Weichheit, starke Bauschkraft, geringe Feuchtigkeitsaufnahme, gute Wärmehaltung, Festigkeit, Scheuerbeständigkeit sowie Licht- und Wetterbeständigkeit. Acryl schrumpft nach dem Fixieren nicht mehr, filzt auch nicht, neigt weniger zum Pilling als Polyamid, lädt sich elektrostatisch auf, ist pflegeleicht, schnell trocknend und für Motten uninteressant. Polyacryle eignen sich gut zum Mischen mit Schurwolle und zum Herstellen von Webpelzen wie auch für strapazierfähige Bezugsstoffe. Von Polyacryl spricht man bei einem Anteil von mindestens 85 Prozent an Polyacryl-Polymerisaten in der Spinnmasse.
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POLYAMID (PA)
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Polyamid ist eine Chemiefaser, die in zwei verschiedene Arten unterteilt wird: Polyamid 6 aus Caprolactam ist unter dem Markennamen Perlon bekannt geworden. Seine Reißfestigkeit übertrifft die von Polyamid 6.6 etwas. Das Polyamid 6.6 ist unter dem Gattungsbegriff Nylon geläufig. Es wird aus dem so genannten Nylon- oder AH-Salz hergestellt, das aus Adipinsäure (bei deren Herstellung Lachgas, eines der so genannten Treibhausgase, frei wird) und Hexamethylendiamin besteht. Seine Dehnfähigkeit ist höher als die von Polyamid 6. Beide Polyamide werden im Schmelzspinnverfahren ausgesponnen und anschließend zum Festigen verstreckt und fixiert. Erst dadurch erhalten die Fasern ihre vielfältigen Eigenschaften. So erreichen Stoffe aus Filament-Mischgarn von Nylon 472 und Nylon 473 große Ähnlichkeit mit Naturseide. Sie sind farbbrillant, knitterarm, aber plissierbar, seidenartig im Griff, vergilben nicht und bekommen keine Wasserflecken (Markenname Qiana). Auch im Querschnitt veränderte Fasern können, wie etwa Trilobal, dem Glanz und „Schrei“ der Seide sehr nahe kommen. Modifikationen von Polyamid 6 dagegen können ähnlich wie Angora, Alpaka oder Kaschmir erzeugt werden und in Mischungen den Naturfasern einen fühlbar softigen Griff verleihen. Für Gardinen können dauerhaft lichtstabile, strahlend weiße Fasern hergestellt werden, indem man optische Aufheller in die Spinnmasse einschmilzt. Durch Ausspinnen von Feinstfasern an der Grenze zu den Microfasern entstehen so genannte Hochleistungsfasern, die den Naturfasern Seide oder Baumwolle immer näher kommen, zum Beispiel Tactel.
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POLYESTER (PES)
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Polyester ist eine Chemiefaser. In der Chemie nennt man ein Molekül aus einer Säure und einem Alkohol Ester. Das Kettenmolekül davon heißt dementsprechend Polyester, denn die griechische Silbe „poly“ bedeutet „viel“. Der Polyester, aus dem man Textilfasern spinnt, wird zum Beispiel aus Terephthalsäure und Ethylenglykol oder Cyclohexandimethanol hergestellt. Es entsteht zunächst ein glasklares Kunstharz, das dann bei 280 Grad Celsius geschmolzen und im Schmelzspinnverfahren zu Fasern – Filamenten oder Spinnfasern – ausgesponnen wird. Wie bei den Polyamiden können durch nachfolgendes Verstrecken und auch Texturieren verschiedenste Faservarianten mit unterschiedlichsten Eigenschaften entstehen. Allgemein sind Polyesterfasern besonders licht- und wetterbeständig, hochelastisch mit hervorragendem Knittererholungsvermögen und hoher Bauschkraft, leicht, wenig quellend, sehr gut plissierbar, fest – aber sie neigen zum Pilling. Sie werden häufig für Gardinenstoffe, Seidenimitate und Seiden-Mischgewebe, wenig knitternde Woll-Mischgewebe, glänzende Viskosemischungen, knitterarme, scheuerfeste und pflegeleichte Baumwoll-Mischgewebe sowie knitterreduzierte Leinenmischungen verwendet. Markennamen sind Diolen oder Trevira. Aus Polyester können auch Feinstfasern, Hochglanzfasern, Stretchfasern, Filamentgarne in Faseroptik, Schrumpffasern für Seersucker oder Cloqué, watteartige Füllfasern wie Dacron und Fiberfill-Fasern für Füllvliese hergestellt werden.
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POLYURETHAN (PU)
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Die Polyurethane, die auf eine deutsche Erfindung zurückgehen, eigenen sich einmal zur Herstellung von Schaumstoffen, die auch für wärmende Allwetterkleidung zur dauerhaften Fixierung auf Geweben oder Gewirken verwendet worden sind, bevor die mit vielfältigen Materialien gefüllten Steppstoffe und die Nässesperrmembranen entwickelt wurden. Der Nachteil der Schaumstoffe war das relativ hohe Gewicht und die Schwierigkeit der passformgerechten Konfektion. Aus Polyurethan-Schaumstoffen lassen sich auch Schaumstoffschnittfäden herstellen, die zur Erhöhung der Reiß- und Scheuerfestigkeit mit feinen, aber festen Garnen umsponnen und in der Kette von Waren verarbeitet werden, die besonders füllig und wärmehaltig sein sollen. Da diese Fäden mit ihren rechteckigen oder quadratischen Querschnitten mehrere Millimeter dick sind, eignen sie sich auch als Ersatz von Gummi bei rutschfesten Bundverarbeitungen oder Trägerbändern. Viel bedeutender sind Polyurethane in der textilen Rohstoffkunde aber als Ursprungsmaterial für die von sich aus, d.h. ohne jede Nachbehandlung wie etwa Texturieren, wie Gummi dehnfähige Textilfäden (Elasthan).
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POLYVINYLCHLORID-FASERN
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Polyvinylchlorid-Fasern waren die ersten Synthetischen Fasern überhaupt. Wegen ihrer hohen Säure- und Laugenfestigkeit waren sie für technische Zwecke hervorragend geeignet, konnten aber wegen ihres niedrigen Erweichungspunktes für Textilien nicht verwendet werden. Erst 1934 wurde durch C. Schönbein eine Polyvinylchlorid-Faser mit höherem Schmelzpunkt entwickelt. Die Fasern werden praktisch nur mehr im Trockenspinnverfahren hergestellt. Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist nur mehr außerordentlich gering; die Konkurrenz von Polyester und Polyacryl hat die Einsatzmöglichkeit dieser Fasergruppe stark eingeengt.
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RAIME (RA)
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Die Raime gilt als ausgesprochen hochwertige Bastfaser, wird aber dennoch nur in unbedeutenden Mengen gewonnen und verarbeitet. Es handelt sich um die Stängelfasern zweier in Asien beheimateten Nesselgewächse, der Boehmeria nivea und der Boehmeria tenacissim. Beide wachsen bis zu etwa zwei Metern Höhe heran. Das Herauslösen der Zellulose-Fasern aus den langen Pflanzenstängeln erfordert eine sehr aufwändige mechanische und chemische Prozedur, was die Raime relativ teuer macht. Andererseits muss sie jedoch nicht gebleicht werden, da sie schon von Natur aus schneeweiß ist – und außerdem leiht zu färben, lichtbeständig sowie verrottungsfest. Die Zugfestigkeit dieser Pflanzenfaser liegt noch höher als beim Leinen, dem sie ansonsten in Glanz, Griff und auch in Waschbarkeit sehr ähnelt. Immer wieder wird die Raime mit Baumwolle oder Leinen zu Mischgarnen versponnen. Pur ist sie ein klassisches Material für kostbare Klöppelspitzen sowie feine Tischwäsche.
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RAPPORT
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Der Rapport – im Französischen heißt „rapporter“ so viel wie „zurückbringen“ oder auch „ansetzen“ – ist sozusagen die „Mustereinheit“ eines Textildessins: Gemischt ist die Länge und Breite, nach der sich das Muster wiederholt. Beim Bindungs-Rapport geht es darum, nach wie vielen Kett- und Schussfäden sich das Bindungsmuster wiederholt. Beim Rapport eines Druck- oder auch Jacquardmotivs wird angegeben, nach wie vielen Zentimetern in Länge und Breite sich das Motiv wiederholt. Man spricht dabei auch von Längen- und Breitenrapport.
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REVERSIBEL
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Das Wort reversibel (frz. reverser) heißt soviel wie doppelseitig oder wendbar. Ein reversibler Stoff oder Gewebe ist beidseitig verwendbar. Das bedeutet, beide Seiten können sowohl als Innen- oder Außenseite verwendet werden.
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SCHERLI
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Der Scherli heißt deshalb so, weil auch er geschoren wird: in ein meist leichtes Fondgewebe werden einem Muster folgend zusätzliche Effektfäden eingewebt. Sie sind aus einem fülligeren oder gänzlich anderen Material wie die übrigen und flottieren jeweils zwischen den Mustern. Später werden die Flottierungen mit einer Spezialmaschine mehr oder weniger kurz abgeschnitten und die Fäden flattern fransenartig an den Motivrädern. Im Prinzip entspricht der Scherli dem Lancé découpé, nur dass hier sozusagen die Abseite zur Schauseite gemacht wird. Man nennt ihn französisch auch einfach „Découpé“.
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SCHLINGENZWIRNE
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Die Schlingenzwirne sind die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Effektzwirne, vor allem in der Wollweberei. Die Schlingeneffekte entstehen dadurch, dass beim Zwirnen der Effektfaden schneller zugeliefert wird als der Grundfaden, und der Faden-Überschuss bei relativ scharfer Drehung die Schlingen bildet.
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SCHUSS
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Der Schuss ist die Bezeichnung für das rechtwinklig zur Kette laufende Fadensystem eines Gewebes.
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SEERSUCKER
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Der Seersucker zeigt als leinwandbindiger Stoff Längsstreifen, die sich kreppartig verwerfen. Die klassische Herstellungstechnik für diesen Effekt besteht darin, die Kettfäden gruppenweise stärker beziehungsweise schwächer zu spannen. Für Woll-Seersucker verwendet man entweder abwechselnd Krepp- und Normalgarne für die Kette oder man bedruckt Musselin streifenweise mit einem Antifilzmittel und filzt ihn dann. Aus Synthetics kann man Seersucker herstellen, indem man gruppenweise stärker und schwächer schrumpfende Garne einschärt und den Stoff nach dem Weben einem Schrumpfungsprozess aussetzt. Für Baumwoll-Seersucker wird heute überwiegend das streifenweise „Laugieren“ mit Natronlauge ohne Spannung praktiziert, was eine kontrollierte Schrumpfung bewirkt.
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SEIDE (SE)
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Seide ist die Bezeichnung für die aus den Gespinsten mehrerer Tierarten gewonnen, aus Proteinen bestehenden natürliche Fäden, die als Textilrohstoffe verwendet werden. Die sogenannte Naturseide. Die weitaus größte Bedeutung haben die von Seidenspinnern (bei Spinnen der Puppenkokons) erzeugten sogenannten Raupenseiden. Und unter diesen vor allem die vom Maulbeerseidenspinner gewonnene Maulbeerseide (edle oder echte Seide, Bombyx- Seide) Als Wildseide werden die von mehreren anderen Seidenspinnern erhaltenen Seiden (z.B. Eria- Seide, Fagara- Seide, Tussah- Seide) bezeichnet. Maulbeerseide besteht zu 75% aus Fibroin (der eigentlichen Seidensubstanz) und zu 25% aus dem um das Fibroin umhüllenden Sericin (Seidenleim, Seidenbast) Zur Gewinnung des Seidenfadens werden die Kokons zum Abtöten der Puppen mit heißem Dampf oder heißer Luft behandelt, danach in heißes Wasser getaucht (wobei das Sericin entweicht) und so lange maschinell gebürstet, bis sich die äußeren wirren Fäden und der Anfang des Fadens in der Bürste verfangen haben. Je nach gewünschter Fadenstärke werden mehrere Kokons zusätzlich abgehaspelt. Ein Kokon enthält etwa 3000 m Faden, jedoch können nur etwa 1000 m als Grège (Haspelseide, reale Seide) gewonnen werden. Die Reste der Kokons werden zu Schappe- Seide (hochwertige reine Seide) verarbeitet, die in der sogenannten Schappe- oder Floretteseiden-Spinnerei zu Nähseide oder Garnen für edle Seidenstoffe weiterverarbeitet wird. Kürzere Fasern werden zu Bourette- Seide (Abfallseide aus den Überbleibseln der Schappe-Seiden-Spinnerei) versponnen. Die beim Abhaspeln erhaltene Rohseide hat harten Griff und nur geringen Glanz. Durch leichtes Zwirnen von zwei oder drei Rohseidenfäden erhält man Trame (Schuss-Seide), durch stärkeres Drehen Organsin (Kett-Seide), scharf gedrehte Rohseidenfäden werden als Grenadine, sehr stark gezwirnte als Crêpe bezeichnet. Eine veredelte Seide mit weichem Griff, verstärktem Glanz und ohne die Naturfarbe erhält man durch das so genannte entbasten, wobei durch Kochen mit Seifenlösung der Seidenleim, das Sericin entfernt wird. Man erhält Souple-Seide oder Cuite-Seide. Seide war die erste Endlosfaser, sprich das erste Filament, das der Mensch endeckt hat. Sie ist Vorbild für alle heutigen Chemiefaser-Filamente.
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SPINNAKER
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Spinnaker ist ein leichtes, großflächiges Vorsegel auf Sportsegelboten.
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SPINNFASERN
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Spinnfasern nennt man im Gegensatz zu den Filamenten alle nicht endlosen Fasern – also Fasern mit einer bestimmten Stapellänge, wie zum Beispiel Pflanzenfasern, Wolle und Edelhaare. Auch Synthetics können, wenn das gewünscht wird, in der Primärspinnerei zu Spinnfasern ausgesponnen werden.
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STAPEL
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Der Stapel oder die Stapellänge bezeichnet die Länge einzelner Spinnfasern. Grundsätzlich gibt es von Natur aus eher kurzstapelige Fasern, wie Baumwolle, und eher langstapelige, wie Leinen. Innerhalb der einzelnen Naturfasern werden jedoch je nach Stapellänge noch einmal Qualitätsunterschiede gemacht – je länger der Stapel, umso besser wird die daraus gesponnene Qualität.
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SYNTHETICS
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Sammelbezeichnung für alle synthetisch (künstlich) hergestellten Textilrohstoffe und daraus hergestellten Erzeugnisse, z.B Polyamide, Polyacryle oder Polyester.
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TAFT
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Der Taft ist ein Edelstoff, obwohl er in der einfachsten aller Bindungen, der Leinwand-Bindung, gewebt wird – aber aus feinfädigen Filamentgarnen, im besten und ursprünglichen Fall aus reiner Seide oder aus Kunstseide, wie zum Beispiel Acetat. Er hat einen matten und doch intensiven Glanz, der häufig, wenn man die Garnfaben mixt, auch noch changiert. Und er hat, da er sehr dicht gewebt wird, immer eine gewisse Steifigkeit, die bei jeder Berührung sofort die typischen Taftknitterfalten zeigt. Manchmal wird auch mit Appretur etwas nachgeholfen.
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Teflon
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Teflon ist unter anderem der Markenname einer Fleckschutz-Ausrüstung mit so genanntem Antisoiling-Effekt. Textilien werden dabei mit Fluorchemikalien behandelt, was sie abweisend gegen trockene wie auch nasse Verschmutzungen macht. Es gibt Teflon jedoch auch als Faser.
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TEXTURIERTE GARNE
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Texturierte Garne sind Garne aus voluminösen, bauschigen Chemiefasern. Es gibt mechanische, mechanisch-thermische und chemisch-thermische Texturierverfahren. Sie machen aus den ursprünglich völlig glatten Fasern oder Filamenten gekräuselte Variationen. Man unterscheidet stark oder schwach ondulierte, verwirbelte, gestauchte, maschenförmige und spiralförmige Veränderungen. Je nachdem bekommen die Garne dadurch ganz spezielle Eigenschaften und können auch an Naturfasern angeglichen werden. Man erziehlt so nicht nur ein größeres Volumen und eine höhere Bauschkraft, sondern auch eine verbesserte Elastizität, Färbbarkeit, Wärmehaltung und Feuchtigkeitsaufnahmefähigkeit.
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TRAME
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Die Trame ist ein nur leicht gedrehtes Seidengarn, das man als Schuss verwebt. Es entsteht aus mehreren unfilierten, aber moulinierten Grègefäden, die verzwirnt werden und ein offenes, weiches und fülliges Garn ergeben.
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Trevira CS (PES/CS)
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Trevira CS ist der Markenname einer permanet schwer entflammbaren Polyesterfaser. Sie erfüllt die Kriterien der DIN 4102 B1. Die Schwerentflammbarkeit wird durch ein verändertes Polymer erzeugt. Trevira CS eignet sich zur Herstellung von Deko- und Bezugstoffen, von Feinvliesen für Wandbespannungen und von Füllfasern für Bettwaren.
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TUFTING-VERFAHREN
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Verfahren zur Herstellung von Teppichen und Auslegware, bei dem der Flor erzeugt wird, indem kleine Schlingen in ein Grundgewebe eingenäht und dann aufgeschnitten werden.
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TÜLL
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Als Tüll werden lockere, netzartige Gewebe bezeichnet, die früher vor allem aus Baumwolle oder Seide, heute auch aus Chemieseiden, hergestellt wurden vor allem für Kleider, Blusen, Schleier und Gardinen. Im Gegensatz zu anderen Geweben verlaufen beim Tüll die Schussfäden schräg zu den Kettfäden und umschlingen sie. Je nach Feinheit der Maschen unterscheidet man zwischen dem relativ großmaschigen Erbstüll, dem feineren Moskito-Tüll und den Feintüllen (z.B. Florentiner-Tüll und Tüllspitze) mit dem feinsten Maschenbild. Die Form der Maschen wird unterteilt in den sechseckigen Wabentüll, den quadratischen Gitter-Tüll und den rechteckigen Twist-Tüll.
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VELOURS
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(lat. villosus „zottelig“) Allgemeinbezeichnung für Samte und samtartige Gewebe mit kurzer, aufgerichteter Faserdecke aus aufgeschnittenen Polschlingen (Velours frisé = gekräuselt) oder nicht aufgeschnittenem Pol (Velours epinglé = gestichelt). Ferner auch Allgemeinbezeichnung für Gewebe mit aufgerauter, geschorener und gebürsteter Oberfläche (Veloursdecke). Als Veloursteppiche bezeichnet man alle Teppiche mit aufgeschnittenen Polschlingen.
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VERSTRECKEN
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Das Verstrecken ist ein entscheidender Schritt bei der Herstellung von Chemiefasern. Indem man die aus der Spinndüse gepressten und eben erstarrten Fasern streckt, erreicht man nicht nur eine deutlich verbesserte Festigkeit, sondern man kann durch den Grad der Dehnung auch zahlreiche andere Spezialeigenschaften der Faser herbeiführen. So entsteht bei beispielsweise Perlon erst durch das drei- bis fünffache Verstrecken von Polyamid 6.
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VISKOSE (VI)
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Die Viskose zählt zu den Chemiefasern der „ersten Generation“. Man spricht auch von „klassischen“ Chemiefasern auf Zellulosebasis, denn das eigentliche Zellulose-Polymer der Viskose liegt schon fertig in der Natur vor, zum Beispiel Holz – aber in die Form einer textilen Faser muss es durch den Einsatz von Chemie und Technik gebracht werden. Bereits 1865 hat der deutsche Chemiker Schützenberger die Möglichkeit der Gewinnung von Zellulose-Acetat aus Zellulose und Essigsäure-Anhydrid herausgefunden, 1892 entwickelten die englischen Chemiker Cross und Bevan das eigentliche Viskoseverfahren. Zunächst muss dafür die Zellulose aus den Spänen von Baumholz oder einjährigen Pflanzen gewonnen werden. Durch Natronlaugen wird sie zur Krümeligen Alkalizellulose, dann durch Schwefelkohlenstoff zum Zellulose-Xanthogenat und wiederum durch Lösen in Natronlauge zu einer goldgelben, honigähnlichen Spinnflüssigkeit. Im Nassspinnverfahren presst man sie durch Düsen in ein Fällbad, wo sie augenblicklich koaguliert, das heißt zu Filamentfasern erstarrt, die dann verstreckt und aufgespult werden können. Will man Spinnfasern, werden sie noch nass in Stapel geschnitten. Je nach Feinheit, Querschnitt und Kräuselung kann man den Viskose-Fasern recht unterschiedliche Eigenschaften geben, sie können als B- und W-Typen der Baumwolle oder der Wolle ähnlich produziert werden. Generell ist Viskose frei von Verunreinigungen, weiß, weich, schmiegsam, seidig glänzend, hervorragend zu färben, aber nicht sehr nassfest, das heißt, sie sollte nur behutsam gewaschen werden.
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VLIES
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Vlies ist ein textiler Stoff, der weder gewebt noch gewirkt wird. Als Vlies bezeichnet man die zusammenhängende Haarmasse der Wollschafe. Durch Kräuselung und Fettverschweiß sind jeweils mehrere eng zusammenstehende Haare zu sogenannten Strähnchen verbunden. Beim besonders dichten Vlies der Merinoschafe ist jeweils die größere Anzahl von Strähnchen zu einem Stapel vereint. Das älteste Vlies, das durch Hitze und Reibung erzeugt wird, ist der Filz.
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VOILE
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Voile ist ein leichtes, leinwandbindiges, gitterartiges, halbtransparentes Gewebe. Früher wurde Voile größtenteils aus hart gedrehten Baumwoll- oder Leinengarnen hergestellt. Heute webt man ihn häufig mit hochgedrehten Filamentgarnen aus Chemiefasern. Voll-Voile besteht in Kette und Schuss aus Voile-Zwirnen, während bei Halb-Voile nur die Kette aus Voile-Zwirn und der Schuss aus Voile-Garn besteht. Voile-Broché hat kleine, zusätzlich in Broché-Technik eingewebte Musterchen.
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VOILE-GARNE
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Voile-Garne sind hartgedrehte Gespinste oder Zwirne aus Baumwolle, Wolle, Seide oder Synthetics.
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WIRKEN
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Beim Wirken entsteht im Gegensatz zum Weben, bei dem die Fäden ja rechtwinklig verkreuzt werden, ein Stoff aus verschlungenen Maschen. Man unterscheidet das Kulieren, das in etwa dem Stricken entspricht, und das Kettwirken, das eher dem Häkeln entspricht. Gewirke werden von Wirkmaschinen, wie zum Beispiel der Raschelmaschine oder der Häkelgalonmaschine, produziert.
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WOLLE (WO)
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Als Wolle bezeichnet man die aus dem Haarvlies von Schafen gewonnenen, vor allem aus Wollhaaren (Unterhaar) bestehenden spinnbaren Fasern, die als Rohstoffe für Textilien verwendet werden. Im weitesten Sinne ist Wolle auch die Bezeichnung für die von anderen Säugetieren, insbesondere Angora- und Kaschmirziegen, Kamelen und Angorakaninchen, gewonnenen spinnfähigen tierischen Haare. Im Gegensatz zu der meist einfach Wolle genannten Schafwolle, werden diese mit einem ihre Herkunft bezeichneten Vorsatz versehen und häufig auch als „Haare“ bezeichnet. Die Haare der Schafwolle zeichnen sich durch eine mehr oder weniger starke Kräuselung aus, durch die hohe Bauschkraft und große Wärmehaltigkeit bedingt sind. Allgemein sind feinere Wollen auch stärke gekräuselt. Nach der Feinheit werden folgende Hauptgruppen unterschieden: Merino-Wolle (besonders fein und sehr stark gekräuselt) Crossbred-Wolle (mittelfein, mittellang und normal gekräuselt) Cheviot-Wolle (grob, lang, wenig gekräuselt). Nach Art der Gewinnung unterscheidet man Schurwolle (von lebenden Schafen geschoren) Haut- und Schlachtwolle (vom Fell geschlachteter Tiere) Gerber-Wolle (Schwitzwolle bzw. Schwöde-wolle, bei der Lederherstellung anfallende Wolle, sie ist durch die Vorbehandlung in Griff, Festigkeit, Glanz und Geschmeidigkeit geschädigt) Sterblingswolle (von verendeten Tieren, Haare geringerer Qualität, im Durchmesser ungleichmäßig). Feine meist kurze und stark filzende Wollen werden vorwiegend zu Streichgarnen, mittelgrobe und grobe Wolle vor allem zu Kammgarnen verarbeitet. Sie werden entsprechend als Kamm- bzw. Streichwollen bezeichnet. Besonders grobe lange Wollen werden Teppichwolle genannt. Auf Grund der zahlreichen in der Wolle enthaltenen hydrophilen Säureamidgruppen sind die Fasern hygroskopisch, sie nehmen aus der Luftfeuchtigkeit auf und geben sie in trockener Umgebung wieder ab. Eine weitere wichtige Eigenschaft der Wolle ist ihre Elastizität und damit ihre Fähigkeit, sich von Deformationsbeanspruchung zu erholen. Unterschiedlich reagiert Wolle auf die Einwirkung von heißem Wasser beziehungsweise Wasserdampf: Während sie bei kurzer Einwirkung von heißem Wasser stark (bis zu über 30%) schrumpft, kann sie bei längerer Einwirkung von Wasserdampf unter Dehnung bleibend (formbeständig) gestreckt werden. Diese Reaktion wird bei der Ausrüstung von Wollstoffen zur Verhinderung des Einlaufens genutzt., wobei gleichzeitig Glanz und Grifff der Stoffe verbessert werden. Große Bedeutung besitzt das durch die schuppige Oberflächenstruktur bedingte Filzvermögen, dass die Grundlage für die Herstellung von Filz und Tuch durch Walken bildet. Gleichzeitig ist das Filzvermögen jedoch auch die Ursache für das vor allem bei unsachgemäßem Waschen auftretende Verfilzen und Schrumpfen von Wolltextilien.
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ZELLULOSE-FASERN
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Zu den Zellulose-Fasern zählen alle Pflanzenfasern sowie die Chemiefasern der ersten Generation: Viskose, Acetat, Modal und Cupro.
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Quellen:
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- Berkau, Elisabeth; SAHCO HESSLEIN - ABC der Stoffe; München: Winkler Medien Verlag GmbH
- Matthes, Max; Textil-Fachwörterbuch; Berlin: Schiele & Schön, 4. Auflage
- Hofer, Alfons; Stoffe, 1. Textilrohstoffe, Garne, Effekte; Frankfurt am Main: Dt. Fachverlag, 7. Auflage
- Hofer, Alfons; Stoffe, 2. Bindung, Gewebemusterung, Veredlung; Frankfurt am Main: Dt. Fachverlag, 7. Auflage
- Adelbahr-Dörel, Lisa u. Völker, Ursula; Von der Faser zum Stoff; Hamburg: Handwerk und Technik GmbH - Dr. Felix Büchner, 30. Auflage
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